2. Flüchtlingsartikel (2019): Statt Willkommenskultur – Lösungskultur

2025

Liebe Leserinnen und Leser,

vermutlich kennen Sie den ersten Flüchtlingsartikel von mir. Der zweite lenkt stärker den Blick auf mich, auf meine Gründe für den Flüchtlingsunterricht, auf meine Vision, mein verzweifeltes Bemühen, gegen all die Enttäuschungen um mich herum mit meinem Engagement – gemeinsam mit dem meiner Kollegen – einen zielorientierten Power-Deutschunterricht zu bieten als Chance für Flüchtlinge und als Chance für Deutschland. Und wir waren echt gut! Am Arbeitsamt („Agentur für Arbeit“) vermutete man, dass die Schüler schon zwei Jahre Deutsch-Unterricht hätten, so gut waren sie mündlich nach neun Monaten und wir waren mächtig stolz auf unsere Jungs. Am Ende des Schuljahres wurde uns der gesamte Kurs nach Beschwerden wegen unserer Anforderungen genommen, alle übersiedelten zu einem „gechillteren“ Kurs an einem anderen Ort und von einem anderen Anbieter. In diesem Moment starb in mir alles Glühen für einen engagierten Flüchtlingsunterricht. Mit Müh und Not bekamen wir im darauffolgenden Schuljahr wieder einen Kurs, bei diesem waren von den 16 Flüchtlingen des ersten Tages meist nur drei bis fünf im regulären Unterricht, die anderen arbeiteten vermutlich schwarz – wenigstens teilweise, auf jeden Fall wurde mir schon am ersten Tag erklärt, der Stundenplan des Deutschunterrichts sei nicht kompatibel zu den täglichen Job-Stunden. Dieser Deutschkurs war mit das Sinnloseste in meiner aktiven Lehrerzeit – mehr davon in meinem vierten Artikel.

Klaus Schenck (2025)

Vor 2019

Ich habe mich gleich zum Flüchtlings-Unterricht gemeldet. Der Hintergrund ist einleuchtend: Fremdsprachenassistentenzeit in Frankreich, Goethe-Instituts-Erfahrung, jahrelanger Vollzeit-Unterricht „Deutsch für Aussiedler“, ich fühlte mich für diese Aufgabe prädestiniert. Auch bin ich ein wenig der von vielen gut gemeinten „Flüchtlings-Propaganda“ in der Presse aufgesessen. Ich las nur positive Berichte, von vielen Studenten und Akademikern war die Rede, ein kleines „Goethe-Institut“ an meiner Schule war so mein naiver Traum.

Die Lügenartikel über die Silvesternacht 2015 in Köln mit hunderten von sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge zerstörte mein fast unerschütterliches Vertrauen in die deutschen Medien. Es entstand in mir der Eindruck einer gleichgeschalteten Presse, um uns die Willkommenskultur einzuimpfen, dazu kamen noch die staatlichen Lügen der Kölner Polizei-Verantwortlichen. Der Einsturz des Stadtarchivs in Köln, die unendliche Geschichte des Berliner Flughafens, NSU-Morde, eine ständig unpünktliche Bundesbahn, Bildungs-Absturz von Baden-Württemberg, all dies war einst jenseits meiner Vorstellung und nahm mir die früher unverrückbaren Sicherheiten. Ich fühlte mich an so vielen Stellen getäuscht und enttäuscht, später dann, konkret Ende 2018, die für mich unvorstellbaren „SPIEGEL“-Relotius-Lügengeschichten auf Karl-May-Wahrheits-Niveau – Wasser auf meine Ent-Täuschungs-Mühlen.

Und nun in der Welt voller Enttäuschungen wollte ich 2016 den Flüchtlingsunterricht richtig gut machen, er lag in meinen Händen, wenigstens in „meinem Haus“ soll diese Herausforderung gemeistert werden, Zielvorgabe und Erwartung: bestmögliches Deutsch in kürzester Zeit, voller Einsatz beim Erlernen der Sprache – Disziplin, Durchhaltevermögen und der absolute Wille, sich hier dank guter Deutschkenntnisse schnellstmöglich auf dem deutschen Markt zu behaupten, zu integrieren, die große Säule gegen den Fachkräftemangel zu werden. Ich sah meine Aufgabe auch im nationalen Interesse.

Wir Lehrkräfte hatten uns richtig gut vorbereitet, in vielen Team-Sitzungen alles bis ins Kleinste geplant und organisiert. Der Einstufungstag dann Chaos pur, für das wir nichts konnten. Wir glichen einer super trainierten Feuerwehr – und als es brannte, gab es kein Wasser und alles Trainieren war für die Katz‘. So ungefähr fühlten wir uns. Die ersten Schulstunden: Ernüchterung.

Das wirklich Positive jedoch unser Dreier-Lehrerteam. Wir waren in unserer Unterschiedlichkeit ideal für die Aufgabe: die Kollegin übernahm die mütterliche Rolle, mein Kollege die mündliche Kommunikation und ich als Klassenlehrer die Grammatik und die Gesamtstruktur des Unterrichts. Wir ergänzten uns glänzend – in großer Harmonie und klarer gemeinsamer Ausrichtung.

Meine Berichte, Artikel und Tipps sollen dank der Ehrlichkeit eine Hilfe sein, realistisch und damit erfolgreich alles anzupacken. Beschriebenes Scheitern in bestimmten Bereichen ist die Chance nachfolgender Lehrkräfte, dies zu umschiffen oder gleich im Vorfeld zu lösen. Kritische Flüchtlings-Berichte sind nicht der Ausweis fremdenfeindlichen Denkens, sondern das Bemühen, die Aufgabe im Interesse der Flüchtlinge und Deutschlands optimal zu lösen.

Klaus Schenck (2019)

Klaus Schenck: „Vom Engagement-Lehrer zum Lehrer-Zombie“. S. 145.  Bange-Verlag, 2020, 16 € Stopp, ich will die Restbestände bis Ende April 2025 verkauft haben durch eine Sonderaktion: das Buch für 9,90 Euro!  Flyer: https://www.klausschenck.de/ks/downloads/f02-buch-1.-flyer-ueberblick-internet.pdf oder als Animation: https://www.youtube.com/watch?v=woFEVPALHUQ

Veröffentlichungen:

Passend zum Artikel:

Alle Artikel zum Flüchtlingsunterricht in ihrer Reihenfolge

Materialien für Schüler und Lehrer

Neues:

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Sonstiges:

Klaus Schenck, OSR. a.D.
Fächer: Deutsch, Religion, Psychologie
Drei Internet-Kanäle:
Schul-Material: www.KlausSchenck.de
Schüler-Artikel: www.schuelerzeitung-tbb.de
Schul-Sendungen: www.youtube.com/user/financialtaime
Trailer: Auf YouTube ansehen
„Vom Engagement-Lehrer zum Lehrer-Zombie“/Bange-Verlag 2020:
Info-Flyer: Download

Über den Autor

Klaus Schenck unterrichtete die Fächer "Deutsch", "Religion" und "Psychologie". Er hatte 2003/04 die Schülerzeitung "Financial T('a)ime" (FT) zunächst als Printausgabe ins Leben gerufen, dann 2008 die FT-Homepage, zwei Jahre später die FT-Sendungen auf YouTube (www.youtube.com/user/financialtaime) , zusätzlich ist noch seine Deutsch-Homepage (www.KlausSchenck.de) integriert, sodass dieses "Gesamtpaket" bis heute täglich auf rund 1.500 User kommt. Mit der "FT-Abi-Plattform" wurde ab 2014 das Profil für Oberstufen-Material - über die Schülerzeitung hinaus - geschärft, ab August 2016 ist wieder alles in einer Hand, wobei Klaus Schenck weiterhin die Gewichtung auf Schulmaterial beibehält und die Internet-Schülerzeitung (FT-Internet) bewusst auch für andere Interessierte öffnet.

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