2025
Liebe Leserinnen und Leser,

vermutlich kennen Sie den ersten Flüchtlingsartikel von mir. Der zweite lenkt stärker den Blick auf mich, auf meine Gründe für den Flüchtlingsunterricht, auf meine Vision, mein verzweifeltes Bemühen, gegen all die Enttäuschungen um mich herum mit meinem Engagement – gemeinsam mit dem meiner Kollegen – einen zielorientierten Power-Deutschunterricht zu bieten als Chance für Flüchtlinge und als Chance für Deutschland. Und wir waren echt gut! Am Arbeitsamt („Agentur für Arbeit“) vermutete man, dass die Schüler schon zwei Jahre Deutsch-Unterricht hätten, so gut waren sie mündlich nach neun Monaten und wir waren mächtig stolz auf unsere Jungs. Am Ende des Schuljahres wurde uns der gesamte Kurs nach Beschwerden wegen unserer Anforderungen genommen, alle übersiedelten zu einem „gechillteren“ Kurs an einem anderen Ort und von einem anderen Anbieter. In diesem Moment starb in mir alles Glühen für einen engagierten Flüchtlingsunterricht. Mit Müh und Not bekamen wir im darauffolgenden Schuljahr wieder einen Kurs, bei diesem waren von den 16 Flüchtlingen des ersten Tages meist nur drei bis fünf im regulären Unterricht, die anderen arbeiteten vermutlich schwarz – wenigstens teilweise, auf jeden Fall wurde mir schon am ersten Tag erklärt, der Stundenplan des Deutschunterrichts sei nicht kompatibel zu den täglichen Job-Stunden. Dieser Deutschkurs war mit das Sinnloseste in meiner aktiven Lehrerzeit – mehr davon in meinem vierten Artikel.
Klaus Schenck (2025)
Vor 2019

Ich habe mich gleich zum Flüchtlings-Unterricht gemeldet. Der Hintergrund ist einleuchtend: Fremdsprachenassistentenzeit in Frankreich, Goethe-Instituts-Erfahrung, jahrelanger Vollzeit-Unterricht „Deutsch für Aussiedler“, ich fühlte mich für diese Aufgabe prädestiniert. Auch bin ich ein wenig der von vielen gut gemeinten „Flüchtlings-Propaganda“ in der Presse aufgesessen. Ich las nur positive Berichte, von vielen Studenten und Akademikern war die Rede, ein kleines „Goethe-Institut“ an meiner Schule war so mein naiver Traum.
Die Lügenartikel über die Silvesternacht 2015 in Köln mit hunderten von sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge zerstörte mein fast unerschütterliches Vertrauen in die deutschen Medien. Es entstand in mir der Eindruck einer gleichgeschalteten Presse, um uns die Willkommenskultur einzuimpfen, dazu kamen noch die staatlichen Lügen der Kölner Polizei-Verantwortlichen. Der Einsturz des Stadtarchivs in Köln, die unendliche Geschichte des Berliner Flughafens, NSU-Morde, eine ständig unpünktliche Bundesbahn, Bildungs-Absturz von Baden-Württemberg, all dies war einst jenseits meiner Vorstellung und nahm mir die früher unverrückbaren Sicherheiten. Ich fühlte mich an so vielen Stellen getäuscht und enttäuscht, später dann, konkret Ende 2018, die für mich unvorstellbaren „SPIEGEL“-Relotius-Lügengeschichten auf Karl-May-Wahrheits-Niveau – Wasser auf meine Ent-Täuschungs-Mühlen.
Und nun in der Welt voller Enttäuschungen wollte ich 2016 den Flüchtlingsunterricht richtig gut machen, er lag in meinen Händen, wenigstens in „meinem Haus“ soll diese Herausforderung gemeistert werden, Zielvorgabe und Erwartung: bestmögliches Deutsch in kürzester Zeit, voller Einsatz beim Erlernen der Sprache – Disziplin, Durchhaltevermögen und der absolute Wille, sich hier dank guter Deutschkenntnisse schnellstmöglich auf dem deutschen Markt zu behaupten, zu integrieren, die große Säule gegen den Fachkräftemangel zu werden. Ich sah meine Aufgabe auch im nationalen Interesse.
Wir Lehrkräfte hatten uns richtig gut vorbereitet, in vielen Team-Sitzungen alles bis ins Kleinste geplant und organisiert. Der Einstufungstag dann Chaos pur, für das wir nichts konnten. Wir glichen einer super trainierten Feuerwehr – und als es brannte, gab es kein Wasser und alles Trainieren war für die Katz‘. So ungefähr fühlten wir uns. Die ersten Schulstunden: Ernüchterung.

Das wirklich Positive jedoch unser Dreier-Lehrerteam. Wir waren in unserer Unterschiedlichkeit ideal für die Aufgabe: die Kollegin übernahm die mütterliche Rolle, mein Kollege die mündliche Kommunikation und ich als Klassenlehrer die Grammatik und die Gesamtstruktur des Unterrichts. Wir ergänzten uns glänzend – in großer Harmonie und klarer gemeinsamer Ausrichtung.
Meine Berichte, Artikel und Tipps sollen dank der Ehrlichkeit eine Hilfe sein, realistisch und damit erfolgreich alles anzupacken. Beschriebenes Scheitern in bestimmten Bereichen ist die Chance nachfolgender Lehrkräfte, dies zu umschiffen oder gleich im Vorfeld zu lösen. Kritische Flüchtlings-Berichte sind nicht der Ausweis fremdenfeindlichen Denkens, sondern das Bemühen, die Aufgabe im Interesse der Flüchtlinge und Deutschlands optimal zu lösen.
Klaus Schenck (2019)
Klaus Schenck: „Vom Engagement-Lehrer zum Lehrer-Zombie“. S. 145. Bange-Verlag, 2020, 16 € Stopp, ich will die Restbestände bis Ende April 2025 verkauft haben durch eine Sonderaktion: das Buch für 9,90 Euro! Flyer: https://www.klausschenck.de/ks/downloads/f02-buch-1.-flyer-ueberblick-internet.pdf oder als Animation: https://www.youtube.com/watch?v=woFEVPALHUQ
Veröffentlichungen:
- „Deutsch als Schlüssel für Erfolg im Berufsleben“. „Fränkische Nachrichten“, 30.06.2017: https://www.klausschenck.de/ks/downloads/g55-vabo-muench-besuch.pdf
- „VABO-Überlebenstraining: Erfahrungen – Strategien – Tipps“. Artikel im „BLV-Magazin“ (Berufsschullehrerverband): 2018-2, S. 46-49: https://www.klausschenck.de/ks/downloads/g67-blv-artikel-vabo-2018-2.pdf
- „VABO-Lösungskultur – zwischen Willkommens-Blindheit und Willkommens-Hass: Der dritte Weg“. Artikel im „BLV-Magazin“ (Berufsschullehrerverband): 2019-4, S. 46-49: https://www.klausschenck.de/ks/downloads/g89-vabo-blv-2019-4-neu.pdf mit Leserbrief: https://www.klausschenck.de/ks/downloads/g87-67-leserbrief-hornung-mail.pdf
Passend zum Artikel:
- „VABO im Realitäts-Check: Planungsphase Juni 2016 – Realitätsphase Juni 2017: die gesamte Planung wurde in übersichtliche Tabellen gefasst, ein Jahr später wird die gesamte Planung aus Realismus-Sicht in Rot kommentiert, extrem hilfreich für Lehrkräfte, die ganz neu mit einer Flüchtlingsklasse starten: https://www.klausschenck.de/ks/downloads/g54-vabo-projekt-juni2016-ueberarbeitet-juni-2.pdf
- Deutsch als Fremdsprache/VABO-Unterricht: Grammatikübersichten und -übungen zu „studio [21]“/Cornelsen nach Lektionen geordnet: https://www.klausschenck.de/ks/deutsch/deutsch—fremdsprache/index.html
Alle Artikel zum Flüchtlingsunterricht in ihrer Reihenfolge
- 1. Flüchtlingsartikel (2019): Zwischen Willkommens-Blinden und Willkommens-Hassern – mein 3. Weg: die Lösungs-Kultur (äußere und innere Zerrissenheit): https://www.schuelerzeitung-tbb.de/1-fluechtlingsartikel-2019-zwischen-willkommens-blinden-und-willkommens-hassern-mein-3-weg-die-loesungs-kultur/
- 2. Flüchtlingsartikel (2019): Statt Willkommenskultur – Lösungskultur (Unterrichtsmotivation): https://www.schuelerzeitung-tbb.de/2-fluechtlingsartikel-2019-statt-willkommenskultur-loesungskultur/
- 3. Flüchtlingsartikel (2017): „Ohne Deutsch ist alles nichts“ (Zeitungsartikel): https://www.schuelerzeitung-tbb.de/3-fluechtlingsartikel-2017-ohne-deutsch-ist-alles-nichts/
- 4. Flüchtlingsartikel (2019): Statt Willkommenskultur – Willkommens-Ernüchterung (kritischster Artikel): https://www.schuelerzeitung-tbb.de/4-fluechtlingsartikel-2019-statt-willkommenskultur-willkommens-ernuechterung/
- 5. Flüchtlingsartikel (2017): Gedanken, Gefühle, Tipps aus der Unterrichts-Realität (besonders für Sprachlehrkräfte): https://www.schuelerzeitung-tbb.de/5-fluechtlingsartikel-2017-gedanken-gefuehle-tipps-aus-der-unterrichts-realitaet/
Materialien für Schüler und Lehrer
Neues:



- „Kopf hoch, Schüler!“ (Artikelreihe) 1. „Grübeln ist wie Schaukeln. Man bewegt sich, kommt aber nicht von der Stelle.“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/kopf-hoch-schueler-1-gruebeln-ist-wie-schaukeln-man-bewegt-sich-kommt-aber-nicht-von-der-stelle/
- „Für motivierende Leistungsschulen“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/wir-koennen-alles-ausser-schule-der-freie-fall-vom-schul-primus-fuer-motivierende-leistungsschulen-neuen-powergeist-entschlossenen-realismus-new-sheriff-in-to/
- Welche Idee steckt dahinter: „Der Nischenkanal der Abi-Kämpfer“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/der-nischenkanal-der-abi-kaempfer/
- Artikelreihe zum Flüchtlingsunterricht: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/1-fluechtlingsartikel-2019-zwischen-willkommens-blinden-und-willkommens-hassern-mein-3-weg-die-loesungs-kultur/
Schulisches:
- „Für motivierende Leistungsschulen“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/wir-koennen-alles-ausser-schule-der-freie-fall-vom-schul-primus-fuer-motivierende-leistungsschulen-neuen-powergeist-entschlossenen-realismus-new-sheriff-in-to/
- „Ich klage an: Abrechnung mit der Schulrealität – motivierende Leistungsschule als Ziel: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/ich-klage-an-abrechnung-mit-der-schulrealitaet-motivierende-leistungsschule-als-ziel/
- Welche Idee steckt dahinter: „Der Nischenkanal der Abi-Kämpfer“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/der-nischenkanal-der-abi-kaempfer/
- Power-Paket für Abi-Entschlossene: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/gesamt-strategie-fuer-abi-kaempfer/
- Alle Abi-Materialien auf einen Blick: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/abi-vorbereitung/ , Rückmeldungen zu den Abi-Sendungen: https://www.klausschenck.de/ks/deutsch/index.html
- Handy-Verbot an Schulen: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/handyverbot-an-schulen/
Psychologisches:
- „Kopf hoch, Schüler!“ (Artikelreihe) 1. „Grübeln ist wie Schaukeln. Man bewegt sich, kommt aber nicht von der Stelle.“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/kopf-hoch-schueler-1-gruebeln-ist-wie-schaukeln-man-bewegt-sich-kommt-aber-nicht-von-der-stelle/
- „Handy, Schule und unser Gehirn“, neurologisch-psychologische Forschungsergebnisse in Blick auf Handys und soziale Medien: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/alle-vorsaetze-sind-fuer-den-arsch-wenn-man-sich-nicht-daran-haelt/
- „Die Stillen in der Schule“ – Ermutigung + Strategien bei Introversion – zum Lesen, Ausdrucken und Anhören: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/die-stillen-in-der-schule-1-vom-glueck-der-introversion/
- „Die Macht der Disziplin“ – diszipliniert → erfolgreicher, stressfreier und glücklicher: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/disziplin-erfolgsfaktor-in-der-schule-einfuehrung/
- Werbung für den „Psychologie“-Unterricht als Freiraum für junge Menschen – besonderer Schwerpunkt: „Magersucht + Essstörungen“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/werbung-fuer-den-psychologie-unterricht-als-freiraum-fuer-junge-menschen-besonderer-schwerpunkt-magersucht-essstoerungen/
Sonstiges:
- Trump in Verbindung mit Thomas Mann „Mario und der Zauberer“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/trump-die-auferstehung-cipollas/
- „Moralin-Schaum vor dem Mund, das Messer zwischen den Zähnen wird ständig zensiert – und die Lebendigkeit liquidiert“: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/moralin-schaum-vor-dem-mund-das-messer-zwischen-den-zaehnen-wird-staendig-zensiert-und-die-lebendigkeit-liquidiert/
- Artikelreihe zum Flüchtlingsunterricht: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/1-fluechtlingsartikel-2019-zwischen-willkommens-blinden-und-willkommens-hassern-mein-3-weg-die-loesungs-kultur/
- „Jugend im Selbstspiegel“– eigene Texte mit Zeichnungen, präsentiert in einer öffentlichen Lesung: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/der-mensch-mit-dem-schizophren-denkenden-herzen-und-der-verwirrten-seele/
- „Schülerzeitungsermutigung“ (22 Artikel) – Rückblick, Tipps und Strategien für Schüler-Freiraum: https://www.schuelerzeitung-tbb.de/redaktionsgroesse-zwei-pizza-regel/